St. Josefshospital UerdingenAktuelles - Mittwoch, 14.12.2011

St. Josefshospital ist betroffen wegen der Reaktionen: Nie der richtige Zeitpunkt für solch eine Nachricht

Uerdingen. „Es gibt für eine schlechte Nachricht nie den richtigen Zeitpunkt“, bringt Ottmar Köck, Regionalgeschäftsführer der St. Franziskus-Stiftung Münster für die Region Rheinland, die Reaktionen auf den Punkt. Das St. Josefshospital hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Geburtsklinik zum 31. März 2012 zu schließen. „Eine solche Nachricht kommt für die Betroffenen einfach immer zum falschen Zeitpunkt“, weiß er. 

 

„Natürlich haben wir Verständnis für die Reaktionen der Mitarbeiter, die ihre Arbeitsplätze verlieren. Sie haben sich in hohem Maße engagiert und vorbildlich für den Erhalt der Klinik eingesetzt. An ihnen und ihren Leistungen hat es nicht gelegen“, betont Ottmar Köck.

 

Alles sorgfältig geprüft

Bestürzt ist die Leitung des Hauses allerdings über andere, auch externe Reaktionen. „Wenn da gefordert wird, dass wir die Möglichkeiten der Weiterbeschäftigung ernsthaft prüfen sollen, dann zeugen solche Aussagen davon, dass man weder uns, noch unser Haus noch die Vorgehensweise der St. Franziskus-Stiftung kennt“, so der Geschäftsführer. Seit mehr als zwei Jahren ist die Geburtsklinik bereits in den roten Zahlen, die Querfinanzierung durch andere Abteilungen führte zu Einschränkungen und war zuletzt nicht mehr zu leisten, ohne das gesamte Haus zu gefährden. 

 

„Gerade als kirchliches Haus haben wir überaus sorgfältig gehandelt: alle erdenklichen Überlebensszenarien wurden geprüft, eine Fülle von verschiedensten Maßnahmen vorgeschlagen und eingeleitet“, macht Köck deutlich. Auch die Hebammen und Ärzte sind seit langem auf diesem Weg mit dabei. Sie alle sollten helfen, dass werdende Familien sich wieder für eine Geburt im St. Josefshospital entscheiden.

 

„Das ist doch der Punkt, um den es geht“, führt Ottmar Köck weiter aus. „Natürlich hätten wir uns gewünscht, die Entscheidung zur Schließung nicht treffen zu müssen. Sie ist uns allen sehr, sehr schwer gefallen. Aber wir waren weit davon entfernt, diesen Bereich wirtschaftlich führen zu können.“  800 Entbindungen pro Jahr sind erforderlich, soll die Klinik schwarze Zahlen schreiben. In diesem Jahr werden es zwischen 480 und 500 sein. 

 

„Viel zu wenig, um zu überleben“, so Köck. „Soziale Verantwortung bedeutet leider auch, den Blick auf das Ganze zu legen“, führt der Geschäftsführer weiter aus, der hierbei die Sicherheit der medizinischen Versorgung der gesamten Uerdinger Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich mit einschließt. 

 

Werdende Eltern an den Pranger?

„Wir können doch Eltern, die eine maximale Absicherung bei der Geburt wollen, nicht an den Pranger stellen und sagen: ihr seid schuld, dass wir die Klinik schließen müssen“, führt Ottmar Köck weiter aus. „Wir müssen aber schweren Herzens einsehen, dass unser Angebot, so liebevoll und familiär es ist, nicht mehr so angenommen wurde, wie es erforderlich gewesen wäre.“

 

Bis Ende März Weiterführung

Bis 31. März bleibt alles wie gewohnt. Der familienfreundliche Service der Klinik für Geburtshilfe wird in vollem Umfang geboten. Darüber hinaus werden die Kurse, die das Zentrum für Gesundheit im St. Josefshospital Uerdingen anbietet, auch über diesen Zeitpunkt weitergeführt werden.