Schwerpunkt Darmkrebs: Gemeinsam entscheiden- gemeinsam behandeln

Professor Dr. med. Tobias Zekorn, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, und Dr. med. Wilhelm-Ulrich Schmidt, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, leiten gemeinsam den Darmkrebs-Schwerpunkt des St. Josefhospitals Uerdingen und folgen bei der Behandlung ihrer Patienten mit Krebserkrankungen dem Motto: gemeinsam entscheiden, gemeinsam behandeln. Durch den fachübergreifenden Dialog werden die Diagnose- und Therapieentscheidungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln hinterfragt. Das Ziel ist es, die Behandlung optimal auf die Erkrankungssituation der Patienten abzustimmen.

 

Wann kommt der Patient zu uns?

Zum uns kommen die Patienten mit ihren Beschwerden zur Abklärung. Beschwerden können sein:
Blut im Stuhl, Stuhlunregelmäßigkeiten, Gewichtsabnahme. Es kommen aber auch Patienten zu uns, deren Krebsdiagnose schon gesichert ist. Wir untersuchen sie sorgfältig und setzen dabei moderne Technik ein. Ob  Darmspiegelung, Röntgenaufnahme, Computer-Tomografie
(CT), Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT), Ultraschall – das Uerdinger Krankenhaus verfügt über alle Möglichkeiten der Diagnostik. Sobald wir auf auffällige Veränderungen stoßen, klären wir diesen Befund mit unseren chirurgischen Kollegen ab.

 

Wie reagieren Sie auf die seelischen Nöte der Patienten?

Prof. Zekorn: Die Betreuung der Seele ist genau so entscheidend wie die des Körpers. Es ist notwendig, Krebspatienten an die Hand zu nehmen und sie durch ihre Krankheit zu begleiten. Für uns ist es wichtig, dass die Angehörigen der Patienten mit in den Verlauf der Therapie
und Nachsorge eingebunden sind. Auf Wunsch führen wir gerne ein direktes Gespräch mit den Lebenspartnern oder den Kindern. Dr. Schmidt: Bei uns steht jeder Patient ganz individuell
im Mittelpunkt unseres Handelns. Durch die Zusammenarbeit aller Fachleute wird Diagnostik, Therapieplanung und Therapie zielgerichteter und effektiver. Und ich möchte noch einmal betonen, Darmkrebs ist heilbar. Viele Menschen bekommen bei der Diagnose große Angst –
das ist aber nicht nötig.

 

Wie wird die passende Therapie gefunden?

Prof. Zekorn: Wir als Internisten und Gastroenterologen arbeiten eng mit den Chirurgen am St. Josefshospital Uerdingen zusammen. Wird zuerst operiert oder ist eine Chemotherapie und/oder eine Strahlenbehandlung vorher sinnvoll? Diese Entscheidung hängt vor allem von der jeweiligen Krebserkrankung und deren Tumorstadium ab.

Dr. Schmidt: Gerade bei Mastdarmkrebs können Chemotherapie und Strahlenbehandlung den Tumor verkleinern. Eine Operation wird in manchen Fällen erst möglich und ist dann nicht mehr so risikoreich. Je kleiner der Tumor, desto besser für den Patienten. Anders beim Dickdarmkrebs.
Dort wird meistens zuerst operiert, danach folgt die Chemotherapie. Selbst Krebs-Metastasen in der Leber erfordern eine eigene Behandlungsweise. Welche Krebsform auch immer zur Behandlung ansteht – unsere Spezialisten der Klinik für Innere Medizin und der Klinik für Chirurgie treffen die Therapie-Entscheidung gemeinsam.

 

Wie geht es nach der Operation weiter?

Prof. Zekorn: Auch nach der Operation ist die Sorge um den Patienten und sein Wohl aber noch lange nicht vorbei. Neben fürsorglichen Schwestern und Pflegern beobachten wir mit unserem Team die Heilung. Auch der Hausarzt des Patienten wird in die Informationskette eingebunden. Der Onkologe und der Strahlentherapeut

Spiegelung kann vor Darmkrebs schützen:

Vorsorge und Früherkennung: Neue Studie bestätigt großen Nutzen der Koloskopie
Er ist die häufigste Krebsform in Deutschland, doch lässt sich dem Darmkrebs auch zuvor kommen – mit Hilfe einer frühzeitigen Darmspiegelung (Koloskopie). Eine jetzt vom  Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg veröffentliche Studie unterstreicht den großen Nutzen dieser Vorsorgemaßnahme. „Ich rate jedem, sich ab dem 55. Lebensjahr einem von den Krankenkassen angebotenen Darmkrebs-Screening zu unterziehen“, betont Professor Dr. Tobias Zekorn, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am St. Josefshospital Uerdingen. Allein in Krefeld starben im vorletzten Jahr fast 400 Menschen an dieser bösartigen Erkrankung.
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