Knorpeltransplantation

Mit rund 1.000 ambulanten und stationären Gelenkspiegelungen (Arthroskopie) gehört die Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie in Nordrhein  Westfalen zu den führenden Kliniken. Bereits seit mehr als 20 Jahren werden diese Eingriffe in großer Zahl durchgeführt. Hierdurch begründet sich eine langjährige Erfahrung mit allen Erkrankungen des Kniegelenkes.

Jüngst wurde in der Presse geschrieben, dass in Deutschland zu viele Arthroskopien durchgeführt würden und die „Chondroplastik“ keine Besserung für den Patienten ergäbe. Dieser Meinung können wir uns auf Grund unserer großen Erfahrung nicht anschließen. Dagegen findet die größte, bisher durchgeführte Arthroskopiestudie in Skandinavien mit mehreren 10.000 Patienten unsere ungeteilte Zustimmung. Hier wurde in einer Langzeitstudie über 15 Jahre festgestellt, dass 50% der Patienten mit einem Meniskuschaden und 75% der Patienten mit einem zusätzlichen Kreuzbandschaden einen vorzeitigen Verschleiß (Arthrose) des Kniegelenkes erleiden.

Bei unseren Arthroskopien legen wir aus diesem Grund einen besonderen Wert auf rekonstruktive Maßnahme wie die Naht eines gerissenen Meniskus, die arthroskopische Kreuzbandplastik, den Wiederaufbau von Knorpelschäden durch Knorpel - Knochen - Transplantationen (OATS), durch körpereigene Stammzellen (Mikrofrakturierung) oder der Anzüchtung und Transplantation von körpereigenem Knorpelgewebe (ACT). Nebenbei bemerkt, sind wir die einzige Klinik am Niederrhein, die die Genehmigung für diesen Eingriff hat und somit dieses sehr teure Verfahren auch bei Kassenpatienten ohne Zuzahlung anwenden können. Besonders gut eignet sich dieses Verfahren für Schäden auf dem Schienbeinkopft und im Bereich des Kniescheibengleitlagers wo andere Verfahren eher schlechte Ergebnisse bieten.

Bei der sog. Bioprothese wird die Knochenoberfläche im Bereich des Knorpelschadens angefräst und mit der Oberfläche mit Hilfe eines speziellen Gerätes gelocht. Aus diesen Löchern tritt dann Blut aus, das sich zu einem Blutkrumpen, ähnlich einem Blumenkopf, im ehemaligen Defekt sammelt. Die in diesem Blut enthaltenen Stammzellen entwickeln sich zu Knorpelzellen und werden durch ständige Bewegungen auf der Bewegungsschiene glatt geschliffen, sodass sich der Defekt auffüllt. Voraussetzung für gute Ergebnisse ist in allen Fällen eine stabile Restknorpelkante, die die frische Knorpelmasse festhält. Bei bereits größeren O-Beinfehlstellungen sollte unbedingt eine zusätzliche Achskorrektur erfolgen. Die Nachbehandlung besteht, wie bei der ACT, in einer Entlastung des Gelenkes für 6-8 Wochen sowie täglicher Physiotherapie auf einer Bewegungsschiene. Nur bei sorgfältiger Beachtung dieser Maßnahmen kann sich eine neue Knorpelschicht bilden.

Darüber hinaus gehört die Korrektur von Gelenkfehlstellungen, sei es von Geburt an oder erworben, zu unseren Schwerpunkten. Jedes Verfahren hat seinen Stellenwert in der Wiederherstellung einer guten Gelenkfunktion. In den Röntgenaufnahmen sehen sie einen Jugendlichen mit  X - Beinen. Durch die vorübergehende einseitige Blockierung der Wachstumsfugen (temporäre Epiphysiodese) werden die Beine im weiteren Wachstum wieder gerade.